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Mittwoch, 21. Oktober 2015

Das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule & Die Toten Hosen

Das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule & Die Toten HosenWillkommen in Deutschland; Im Oktober 2013 veranstalteten Die Toten Hosen und das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf drei Konzerte in der Tonhalle Düsseldorf. Unter dem Titel „Willkommen in Deutschland“ wollten die Musiker an die Reichsmusiktage und die Ausstellung „Entartete Musik“ im Düsseldorfer Ehrenhof 75 Jahre zuvor erinnern. Mit dem Etikett „entartet“ stigmatisierten die Nationalsozialisten jede unerwünschte Form von Musik, vor allem...

jüdischer Künstler und Vertretern der Avantgarde und des Jazz. Dieser Hass gipfelte 1938 in der Ausstellung „Entartete Musik“, die nach dem Vorbild der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ den vermeintlichen Einfluss des „Jüdischen“ und des „Undeutschen“ dokumentieren sollte.

Die drei Abende wurden damals live aufgezeichnet und alle Beteiligten waren von den Aufnahmen so beeindruckt und überzeugt, dass die Idee aufkam, sie in Form eines Albums und einer erläuternden Begleit-DVD festzuhalten, damit dieses Ereignis einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. So entstand die Dokumentation dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die am 30.10.2015 unter dem Titel „Das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule & Die Toten Hosen spielen ‚Entartete Musik‘: Willkommen in Deutschland – ein Gedenkkonzert“ als Doppel-Album mit Begleit-DVD veröffentlicht wird.

In den Mittelpunkt des Konzertabends stellten die Toten Hosen und die Robert Schumann Hochschule die von den Nationalsozialisten verfemte Musik. Auch aktuellere Lieder, die damals sicher in Ungnade gefallen wären, wurden aufgeführt und so sind auch mehrere Songs der Toten Hosen dabei, die speziell für diesen Abend neu arrangiert wurden. Dazu gehört das Lied „Willkommen in Deutschland“, die erste Single aus dem Album. Der Titel wurde in seiner ursprünglichen Version auf dem Album „Kaufmich“ 1993 veröffentlicht und waren eine Reaktion auf die damaligen rassistischen Pogrome und Anschläge in Deutschland.

Die drei Konzertabende waren ein Riesenerfolg, „ein einzigartiges und politisch dringliches Projekt“, wie die Rheinische Post anschließend schrieb. Neben der überwältigenden Resonanz von Publikum und Medien erhielten die Mitwirkenden noch eine ganz besondere Würdigung:
Am 1. Oktober 2014 wurden die „Toten Hosen“ und Professor Thomas Leander mit der Josef-Neuberger-Medaille ausgezeichnet. In der Begründung hieß es: „Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ehrt mit diesem Preis Personen des nichtjüdischen öffentlichen Lebens, die sich um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Mit der Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille würdigt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf den Einsatz von Professor Thomas Leander, Prorektor der Robert Schumann Hochschule, und den Toten Hosen für die Konzerte im vergangenen Oktober, aber auch das jahrzehntelange Engagement der, weit über Deutschland hinaus bekannten, Düsseldorfer Band gegen Ausgrenzung und Rassismus.“

Alle an den Konzerten künstlerisch beteiligten Mitwirkenden verzichten auf ihre Gage und auch das Label JKP auf sämtliche Gewinne. Der ganze Gewinn aus diesem Projekt wird zur Unterstützung von Stipendiaten und Konzertprojekten der Robert Schumann Hochschule zur Verfügung gestellt.

Quelle: JKP

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